Kostenumlage in der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung

Was im einzelnen umlagefähig ist schreibt die Heizkostenverordnung in § 7 Abs. 2 vor.
Dabei gibt es auch keine Unterscheidung zwischen öffentlich und frei finanziertem Wohnungsbau.

Grundsätzlich gilt:
Der Haus- oder Wohnungseigentümer darf mit der Heizkostenabrechnung keine Gewinne erzielen und nur das abrechnen, was ihm selbst tatsächlich und nachweisbar an Kosten für den Betrieb der zentralen Heizanlage im abzurechnenden Zeitraum entstanden ist.

Die verschiedenen Kostenarten sind:


 

Brennstoffe

Bei Gas, Strom oder Fernwärme sind die Kosten abzurechnen, die der Energielieferant für den entsprechenden Abrechnungszeitraum in Rechnung stellt.
Bei Ölanlagen wird von privaten Haushalten gerne die Methode praktiziert am Ende des Abrechnungsjahres voll zu tanken. Der dafür bezahlte Preis wird dann umgelegt. Das ist laut Heizkostenverordnung nicht korrekt. Hier muss nach dem Prinzip First in First out verfahren werden. Das heißt, das Öl, welches bei Beginn des Abrechnungszeitraumes noch im Tank war, muss zuerst abgerechnet werden. Danach erst die Zutankungen.

Tank-, Kessel- und Boilerreinigungen

Kessel- und Boilerreinigungen sind umlagefähig. Beseitigungen von Ölschlämmen oder Verkalkungen sind nur alle paar Jahre nötig. Die Rechnung für solche Leistungen dürfen demnach nicht auf einmal auf die Mieter verteilt werden. Dieser Betrag ist auf mehrere Jahre zu verteilen. In der Regel auf 5 Jahre.

Reinigungskosten für den Heizraum

Reinigungskosten für den Heizraum sind umlagefähig aber nur wenn sie auch tatsächlich entstanden sind. Das Ausfegen eines Heizraums durch den Hausmeister oder den Eigentümer ist nicht umlagefähig, weil diese Arbeit zur ständigen Gebäudereinigung gehört.

Bedienungskosten

Bedienungskosten wären umlagefähig fallen aber in der Regel bei den heute üblichen automatischen Heizanlagen nicht an.

Wärmedienstgebühren und Abrechnungskosten

Das sind Kosten für die Ablesung der Erfassungsgeräte sowie für die Erstellung der verbrauchsabhängigen Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung durch einen Messdienst. Diese Kosten sind umlagefähig. Macht der Hausbesitzer die Heiz- und Nebenkostenabrechnung selbst gilt dieser Aufwand als Verwaltungskosten, der nicht auf die Mieter umgelegt werden darf.

Stromkosten für Brenner, Umwälzpumpe, Ölpumpe und Regelungsanlage

Stromkosten für Brenner, Umwälzpumpe, Ölpumpe und Regelungsanlage sind umlagefähig. Diese Stromkosten sollten nach Möglichkeit mit einem Stromzähler gemessen werden.

Stromkosten für die Wärmepumpe, die Solaranlage sowie für Elektrobegleitheizbänder

Stromkosten für die Wärmepumpe, die Solaranlage sowie für Elektrobegleitheizbänder sind ebenfalls umlagefähig. Da diese Kosten in erheblicher Höhe anfallen, sollten hier auf jeden Fall Stromzähler für die Ermittlung der Kosten vorhanden sein.

Wartungskosten und Kundendienst

Diese Kosten für die regelmäßige Prüfung der Heizanlage durch ein Fachunternehmen sind umlagefähig. Wenn bei den Wartungsarbeiten allerdings Reparaturen durchgeführt werden und hierzu Ersatzteile notwendig sind, sind diese Kosten nicht umlagefähig.

Garantie-Wartungskosten und Eichserviceverträge

Diese Kosten fallen für die regelmäßige Überprüfung der Messgeräte zur Verbrauchserfassung, sowie deren Austausch nach Ablauf der Eichgültigkeit/Konformitätsbewertung an. Diese Kosten sind ebenfalls umlagefähig.

Kaminreinigung, Emissionsmessung, Feuerstätten- und Abgaswegeschau

Kaminreinigung, Emissionsmessung, Feuerstätten- und Abgaswegeschau sind umlagefähig.

TÜV Kosten

TÜV-Kosten für die Prüfung von Druckgasanlagen gehören zu den Kosten der Prüfung der Anlage und sind umlagefähig.

Kaltwasserkosten für Warmwasser

Kaltwasserkosten für Warmwasser können zusammen mit den Erwärmungskosten für das Warmwasser als Warmwasserkosten abgerechnet werden. Von DOMO-THERM werden diese Kosten i.d.R. separat in der Nebenkostenabrechnung als Position Kalt- für Warmwasser abgerechnet.

Zusatzmittel, Hilfsstoffe und Additive

Zusatzmittel, Hilfsstoffe und Additive für die Heizungsanlage sowie für die Warmwasseraufbereitung dienen zur Pflege der Anlage und sind ebenfalls umlagefähig.

Miet- oder Leasingkosten

Miet- oder Leasingkosten für die Erstaustattung der Erfassungsgeräte sind umlagefähig. Diese Maßnahme sollte aber dem Mieter bekannt sein, und auch schriftlich im Mietvertrag festgehalten werden. Bei der Zweitausstattung von Messgeräten müssen die Mieter vorher unter Angabe der Höhe der jährlich anfallenden Kosten informiert werden. Wenn nicht mehr als 50% der Mieter innerhalb einer Frist von 4 Wochen dem widersprechen, können diese Zähler angemietet werden.

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